Dienstag, 27. September 2016

Up to Livingstone

Heute morgen ging es um 6:30 (sambischer Zeit, also 6:50) los nach Livingstone.
Hier findet eine Konferenz der Sparkassenstiftung statt, zu der alle afrikanischen Projekte eingeladen sind. Ich habe riesiges Glück, dass Peter sie in diesem Jahr organisiert, denn so kann ich dabei sein und übernehme Teile der Organisation.
Ich bin mit Mubanga mit dem Auto hergefahren, es war sehr interessant das Land so zu sehen. Raus aus Lusaka in die ländlichen Gebiete ohne Strom und Wasser.
Ich habe unterwegs einige Fotos gemacht, die muss ich aber erst noch sichten bevor ich sie Euch einstelle.









Kurz vor 13 Uhr sind wir im Christmar Hotel angekommen. Haben ausgeladen und etwas zu Mittag gegessen. Ich hatte Kudu Gulasche... das war ganz ok, der Rest war echt lecker ;o)
Nach dem Essen haben wir Peter getroffen und ein paar organisatorische Dinge für morgen geklärt. Ich hatte überlegt, wann ich hier Zeit finden würde, etwas zu unternehmen... und das war nur heute... Morgen machen wir den Boat Trip und Freitag gucken wir die Falls an. Also habe ich spontan beschlossen nach dem Game Drive zu fragen und ich hatte Glück, der Fahrer wollte gerade zu seinem letzten Trip los.
Er hat noch andere Gäste aus der Stadt abgeholt und ich hatte Zeit mich mückensicher zu machen. Denn davon gibt es hier echt richtig viele...
Um 14:45 sambischer Zeit wollte er mich dann abholen... um 15:15 habe ich immer noch gewartet... Aber dann kam er glücklicherweise mit 2 Touristen an Board. Der eine war, wie sich sofort herausstellte, einer der Teilnehmer für morgen und seine Frau. Und die beiden wollten glücklicherweise auch den Rhinowalk machen...
Unser Hotel liegt direkt am Eingang vom Nationalpark... Unser Fahrer Ken und der Ranger Gift gaben uns eine kurze Einweisung und dann gings los...
Relativ schnell sind wir auf 5 Elefanten getroffen, die richtig dicht an der Strasse waren. Und wir sassen in dem offenen Jeep... So ganz geheuer war mir das ja nicht... Im geschlossenen Auto fühle ich mich irgendwie sicherer...
Wir haben relativ viel gesehen: Warzenschweine, Impala, Bushbock, Blue Wildebbest, Redbacks, Wasserbüffel, Giraffe, Zebras, Affen und bestimmt noch mehr...
Die Hippos haben wir nur gehört und nicht gesehen... am Picknickplatz haben wir etwas getrunken ein paar Fotos gemacht und sind dann weiter zum Rhinowalk.
Die Nashörner werden 24 Stunden an 7 Tagen der Woche bewacht. Es sind immer 2 Ranger bei Ihnen. Wir haben uns also mit ihnen getroffen, haben Anweisungen bekommen und sind zu Fuß zu den Nashörnern gegangen. Mir war schon etwas mulmig. Wir durften nur in einer Schlange hintereinander gehen. Am Anfang und am Ende ein Ranger mit Maschinengewehr... Obwohl ich mich frage, was das wohl helfen soll... Denn wenn ein Nashorn auf dich zu rennt, können sie es ja nicht einfach erschießen. Sie hatten uns vorab eingeschärft, dass wir auf keinen Fall weglaufen dürfen, wenn eins auf uns zukommt, sondern ruhig stehen bleiben sollen, denn die Nashörner wären eh schneller als wir und weglaufen provoziert sie nur...
Wir hatten Glück und haben alle 9 Nashörner zusammen angetroffen. Das jüngste war 6 Monate alt. Sie haben ihnen Namen gegeben, aber die habe ich vergessen... Ich weiß nur noch, dass der alte Bulle Levy heißt. Wir waren richtig dicht dran... ich kann das nicht einschätzen .... Ich werde Friedhelm morgen mal fragen, wie dicht es war... NACHTRAG: ES WAREN CA. 15 METER!!!



Es war schon echt beeindruckend so dicht und total ungeschützt bei diesen Tieren zu sein! Sie haben dann angefangen um das Futter zu kämpfen und das war dann der Moment wo wir gegangen sind...
Wir sind alle heil am Jeep angekommen und wurden zurück zum Hotel gebracht.
Ich habe direkt Herrn Henkelmann und Peter getroffen und von meinem Abenteuer erzählt. Später haben wir uns zum Abendessen mit Mubanga getroffen und jetzt sitze ich im Bett und lausche den Geckos... die wie ein tropfender Wasserhahn relativ schrill im sekundentakt nacheinander rufen...
Ich stelle euch noch schnell ein paar Fotos vom Game Drive ein und gehen dann schlafen...

Montag, 26. September 2016

Packen für Livingstone und meine erste englische Präsentation

Peter ist schon im Livingstone, von daher musste ich heute das erste Mal alleine mit dem Taxi zur Arbeit fahren. Und ich bin das erste Mal durch den Haupteingang in die Bank of Zambia gekommen. 
Pünktlich um 8 Uhr war ich da. Mein Taxifahrer hatte heute morgen seine Schwester dabei und wir haben uns auf der Hinfahrt wirklich nett unterhalten. Sie war schon einmal in Prag. 
Heute Vormittag ist nicht so sonderlich viel passiert. Die Broschüren sind vom Grafiker zurückgekommen und ich konnte sie durchsehen und Änderungswünsche aufgeben. 
Wir hatten heute Vormittag immer mal wieder einen Stromausfall. Aber das gab sich nach kurzer Zeit wieder. 
Musa sprach mich heute morgen an, ob es mir heute passen würde, den Managing Director von Natsave zu treffen. Da ich nicht sonderlich viel auf dem Zettel hatte, war das kein Problem. Er wollte dann dort anrufen. um zu gucken, ob wir es heute hinbekommen, oder nach meinem Aufenthalt in Livingstone. 
Pünktlich zum Mittagessen fiel dann der Strom gänzlich aus. Auch die Generatoren reichten nicht mehr. Wir sind also ohne Aufzug in die Kantine runter um möglich zu früh da zu sein und noch etwas von dem Essen abzubekommen, das schon vorbereitet war. Wir hatten auch Glück! Wir haben noch etwas bekommen. 
Hühnchen gab es heute nicht, von daher hatte ich dreimal tot gebratenes T-Bone-Steak! Die Kantine war auch sehr leer, da alles vermutet haben, dass es nichts zu essen gibt. Die Klimaanlage war natürlich in diesem voll verglasten Raum auch ausgefallen, dementsprechend warm war es. 
Heute Mittag waren wir nur zu fünft. Die 3 Interns, Molly und ich. 
Nach der Mittagspause sagte Musa mir, dass das heute nichts wird mit dem Treffen mit NatSave. Es sollte mir recht sein! 
Er bat mich zu einer Besprechung mit Marvin zu sich ins Büro. Sie hatten Fragen zur Tagesordnung in Livingstone. Die war natürlich auf Deutsch und ich musste alles übersetzen, was für die beiden wichtig war. 
Dann kamen wir noch auf das Thema Weltspartag und unser Konzept dazu. Ich sag ihm, dass ich eine Präsentation dazu vorbereitet hätte, die ich dem Managing Director von NatSave präsentieren wollte. Ich fragte ihn, ob er sie vorher gerne sehen möchte. Das wollte er natürlich. Er berief dann spontan ein Teammeeting ein, damit ich allen meine Präsentation vorstellen konnte. 
Angesetzt war 14:45 Uhr... letztendlich waren alle um 15 Uhr da und ich konnte beginnen. Das war meine erste englische Präsentation, aber es hat echt ganz gut geklappt! Wir haben dann hinterher noch eine Fragen und Antworten Runde angeschlossen. 
Bei ihnen ist es üblich, in der Montagsrunde eine Geschichte aus dem Leben zu erzählen. Mubanga sollte anfangen, ihm viel aber nichts ein. Also hat Musa gleich drei Geschichten zum Besten gegeben. Es war eine echt interessante Runde! 
Ich habe dann noch mit Mubanga Fotos ausgesucht zur Pausenüberbrückung in Livingstone und dann war auch schon Feierabend. 
Ziemlich zum Ende ging dann der Strom auch wieder. Peter rief mich zwischendrin noch an und bat mich Geld für Livingstone zu tauschen. Also bin ich mit meinem Taxifahrer direkt in die Mall gefahren, um in der Wechselstube Geld zu wechseln. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als ich angenommen hatte. Ich wollte kleine US Dollar Scheine haben. Das eine Wechselbüro hatte erst gar keine und das andere nicht genug. Also habe ich genommen, was ich bekommen konnte. Den Rest habe ich dann in Kwacha getauscht. Ich habe die Gelegenheit gleich noch genutzt und habe mir schnell etwas bei Spar für die Fahrt eingekauft. 
Zu Hause im Hotelzimmer habe ich meinen Koffer für morgen gepackt... Es ist ja unglaublich was ich alles mitnehmen will. Zum Glück fahre ich mit dem Auto und nicht mit dem Flugzeug! Mal schauen was das so gibt. Um 6:30 geht es los... 
Sonst war der Tag heute recht unspektakulär, bis auf diesen Stromausfall. 
Ich wünsche euch eine gute Nacht und melde mich aus Livingstone wieder!

Sonntag, 25. September 2016

Kitchen Party

Angela hatte mich zu der Kitchen Party ihre Cousine eingeladen. Sie sollte um 14 Uhr deutscher Zeit starten....
Es passierte aber nichts... Sie rief mich dann um 14:40 Uhr an und sagte mir, dass die Braut sich verspätet und dass das Ganze erst um 16 Uhr anfangen würde... TIA this is Africa!
Um 15:45 Uhr war Angela hier. Zusammen mit ihrer Cousine Gertrud. Als allererstes sind wir in einen Schnapsladen gefahren und haben Bier gekauft. Und dann ging es zu der Location!
Die Braut war allerdings noch immer nicht da! Sie hatten morgens in der Kirche geheiratet und waren anschließend zum Fotos machen gefahren. Und da weiß ich ja, dass sowas dauern kann...
Wir sind nach einer kleinen Diskussion an der Tür in den Saal gegangen - eine riesengroße Turnhalle! Alles war eingedeckt mit Tischen und den Stühlen mit den weißen Hussen. Wie immer! Vorne war eine Bühne mit einem Bett aufgebaut.
Als wir ankamen war der Saal schon fast gefüllt. Eine Gruppe von Trommlern machte gerade Stimmung. Die sonst so leisen die sonst so leisen Zambier haben hier alles gegeben. Es war richtig laut. Alle sangen und schrien und dann noch die Trommeln dazu...
Wir haben uns an den Tisch zu Angela's Mutter gesetzt. Hier war auch noch eine andere ihrer Cousinen. Ich habe mal ein Foto von uns Fünfen "gemacht".
Diese Party ist ganz traditionell. Hier bekommen die Eheleute alles geschenkt, was sie für ihren neuen Hausstand brauchen also Töpfe, Pfannen, Schüsseln aber auch einen Kühlschrank und einen Herd.
Wir saßen eine ganze Zeit und haben uns das Spektakel angeschaut und dann kam die Braut. Inmitten einer Gruppe von Frauen. Hier ist es so, dass die Braut sich für ihr Komitee einen Stoff aussucht. Alle Mitglieder des Komitees lassen sich daraus dann Kleider machen. Es gibt zwei Komitees, einmal die Freunde der Braut und einmal die Familie. In diesem Fall hatten sie unterschiedliche Stoffe. Das könnt ihr auf dem Video gut erkennen.






Also es wurde auf jeden Fall laut gesungen, und getanzt und dann kam der Tross aus Richtung Tür auf die Bühne. Die Braut war unter einer Art Teppich versteckt. So zogen sie dann auf die Bühne, wo sich die Braut auf das Bett setzte. Dort musste die Arme dann eine ganze Zeit warten.
Dann irgendwann kam der Bräutigam mit seiner Truppe Freunden. Sie tanzten durch den Saal in Richtung der Braut. Der Bräutigam befreite seine Braut von der Decke. Sie haben dann noch vor der Bühne einige Rituale durchgeführt. Unter anderem musste sich die Braut zu seinen Füßen auf die Erde legen, bis er sie wieder hochgehoben hat. Es ist ein Zeichen von Respekt. Ich fand es etwas befremdlich... Aber das ist deren Tradition.
Nach einigen Tänzen, es war auch ein traditioneller Tänzer des Stammes da, hat sich der Bräutigam mit seiner Truppe Freunden verabschiedet. Sie sind tanzend zum Ausgang gegangen. Dann wurde das Essen eröffnet. Es gab eine Art Gulasch, Kartoffeln, Nudelsalat und normalen Salat.
Nach dem Essen wurde die Location umgebaut. Das Brautkleid war orange, und so war auch die Deko gehalten. Jetzt nach dem Essen wurde alles grün aufgedeckt.
Zum Umbau sind dann alle Gäste nach draußen gegangen. Die eigentliche Hochzeitsfeier sollte danach stattfinden. Es waren dann nicht mehr alle dabei. Sondern nur die geladenen Gäste. Ich hätte mit dazu kommen können, aber es war schon recht spät. Und Angela wollte nach Hause. Von daher war es dann ein guter Zeitpunkt die Party zu verlassen.
Es war total spannend das ganze mit anschauen zu dürfen. Damit ihr ein paar Eindrücke bekommt habe ich ein paar Videos gemacht. Die werde ich morgen mal hochladen! Bis dahin wünsche ich euch eine gute Nacht viele Grüße aus Lusaka

Samstag, 24. September 2016

Lusaka Park

Heute bin ich zusammen mit Angela in den Lusaka Park gefahren. Sie hat mich um 10 Uhr mit ihrem Toyota abgeholt... Allerdings kein Geländewagen, sondern eine normale Limousine. Wir sind Richtung Nationalpark gefahren, haben noch kurz bei Spar angehalten und haben uns was zu trinken und ein paar Chips gekauft.
das ist Angela :o)
Der Nationalpark liegt ein wenig außerhalb von Lusaka. Zum Glück ging bis zu den Toren des Nationalparks eine Teerstraße. Am Gate haben wir gleich einen Impala gesehen! Ich hatte also gute Hoffnung, dass wir ein paar Tiere zu Gesicht bekommen. 
Man sagte uns, wir sollen zum Office fahren... da wären die beiden Nashörner! Also los... Die Wege im Park waren allerdings nicht mehr so gut. Und wir hatten mit dem flachen Toyota ein wenig Schwierigkeiten über die steinigen Wege zu kommen. 
Am Office begrüßte uns ein Ranger mit Maschinengewehr. Er führte uns zu den Nashörnern. Aus Sicherheitsgründen werden sie in eingezäunten Käfigen gehalten. Die Gefahr der Wilderei ist einfach viel zu groß. Also werden diese Nashörner rund um die Uhr bewacht. Sie haben ein Gehege in dem sie fressen, eins in dem sie trinken, eins in dem sie sich suhlen und einen großen Auslauf. 
Es sind Breitmaulnashörner und ich bin noch nie so dicht an einem dran gewesen. Der Ranger hat versucht sie ran zu locken, aber es war viel zu warm und die beiden standen einfach nur faul im Schatten rum. Wenn es kälter ist, kommen sie wohl dicht daran und lassen sich anfassen. Aber das muss ja auch nicht sein...

Der Ranger ist mit uns dann im Busch noch ein bisschen rum gegangen, um uns zu einer Antilope zu führen. Sie hat uns bis auf 2-3 Meter rankommen lassen. Es war ein Nyala, quasi ein kleiner Kudu.
Wir haben den Ranger mitsamt seinen Maschinengewehr im Auto mitgenommen und er hat uns durch den Park gelotst. Ohne ihn hätten wir kaum etwas gesehen! Das ist Wahnsinn, wo die die Tiere sehen.
Wir hatten Kudus, Säbelantilopen, Waterbock, Blue Wildebeest, Elan, Giraffen, Impalas ich denke das war es auch... Es war leider viel zu heiß und wir haben tatsächlich kaum was gesehen... Ohne den Ranger hätten wir allerdings gar nichts gesehen! Die meiste Zeit war nur der Busch ...

Wir haben an einem Picknickplatz Pause gemacht an dem es einen Aussichtsturm gab... Bis auf die erste Plattform sind Angela und der Ranger mitgekommen. Er meinte dann, dass man von da oben einen super Blick hat. Ich habe mir die Leiter angeguckt und wollte eigentlich nicht hochklettern... Ich habe dann gefragt, seit wann dieser Turm da steht, und wie viele Leute da normalerweise raufgehen. Da er meinte, dass er noch relativ neu ist und im Normalfall fünf bis sechs Leute gleichzeitig raufklettern, habe ich es dann gewagt. 
Das hat verdammt gewackelt! Mit deutschen Sicherheitsstandards hat das nichts zu tun. Nicht im Ansatz! Ich habe euch den Tower mal fotografiert. Und ja ich bin wirklich darauf geklettert! Es gibt Beweisfotos! Die Aussicht von da oben war ganz in Ordnung. Aber jetzt auch nicht mega toll. Glücklicherweise bin ich auch heile wieder runter gekommen!




Wir sind dann noch ein wenig im Park rum gefahren, haben aber wirklich kaum was gesehen, so dass wir uns um 14:30 Uhr überlegt haben, dass wir in ein Restaurant fahren und dort was essen. 
Wir haben also den Ranger wieder abgesetzt und sind dann zum Sugarbush gefahren. Das ist ein wirklich nettes Cafe in einem alten Farmhaus. Wir hatten Burger und Sandwich! Mal wieder sehr lecker. Ich habe aber nur die Hälfte geschafft... So ist wenigstens mein Abendessen für heute auch gesichert!
Von da aus haben wir auf dem Rückweg noch bei der Schule von Angeles Schwester angehalten. Crested Crane Primary School - es ist ein Internat. Ihre Schwester ist 12 Jahre alt. Die Schüler bleiben immer für drei Monate dort und kommen dann für einen Monat nach Hause. Das war schon spannend das anzusehen! Als wir ankamen standen die Mädchen und haben ihre Wäsche gewaschen... mit der Hand natürlich! Ihre Schwester hat sich sehr gefreut sie zu sehen!! Sie hatten sich seit ca 4 Wochen nicht mehr gesehen... Und sie hat auch mich ganz ohne Scheu herzlich begrüßt und in den Arm genommen, 
Sie hat uns ihr Zimmer gezeigt! Das ist in etwa so groß wie unser Büro auf der Arbeit. Darin stehen vier Hochbetten und an einer Wand stapeln sich die Koffer - Schränke gibt es nicht. Mit Gemütlichkeit hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun! 
Wir sind dann noch in den Gemeinschaftsraum gegangen, wo die Mädchen fern gesehen haben. Auch dieses Zimmer war ein dunkler Raum, mit kleinen Fenstern, damit es nicht so warm wird. Boden und Wände sind Beton! Sie sind zwar weiß gestrichen und bunte Bilder hängen dran, aber es ist wirklich nicht gemütlich... Die Mädchen saßen in zwei Reihen auf alten Stühlen vor dem Fernseher. Und es war mucksmäuschenstill! Niemand sagte auch nur ein Wort! 
Wir haben uns dann wieder verabschiedet und sind Richtung Auto gegangen. Angela's Schwester wirkte ganz traurig! Angela hat sie gefragt was los ist, aber sie sagte alles ist in Ordnung... sie tat mir wirklich leid, muss mit zwölf Jahren für drei Monate von zu Hause weg, bevor sie ihre Eltern wieder sieht... Das ist hier schon ein anderes Leben!
Um 16:30 Uhr bin ich dann zurück im Hotel gewesen. Und jetzt liege ich auf dem Bett und bin total kaputt... Es war richtig heiß heute! Und diese Hitze schlaucht schon ziemlich. Ich bin mal gespannt was der morgige Tag bringt! Ich wünsche euch einen schönen Samstagabend

Freitag, 23. September 2016

Heute war ja mal richtig was los....

... obwohl es erst nicht so schien...
Ich habe an einer Präsentation zu unserem deutschen Konzept von Weltspartagen rumgetüftelt... Ich soll das ja NatSave präsentieren... Peter kam heute auf mich zu und sagte, dass ich wohl am Montag mit Musapenda Phiri, dem Chef der Einheit zum Managing Director fahren soll. Ich bin seeeeehr gespannt.
Mubanga hatte heute einen Termin bei einem Training zum Savings Game. Er sollte prüfen, ob die Trainer sein Konzept richtig umsetzen. Und ich durfte mit!
Wir sind dazu in eine Art Lodge in Lusaka gefahren, wir würden sagen Konferenz Hotel. Das Training wurde teils in traditioneller Sprache, teils in englisch gehalten... Hier werden die Worte anders ausgesprochen, als wir es lernen. Work zum Beispiel würden wir ja wöörk sagen, hier spricht man es wäk aus. Ich hatte also etwas Schwierigkeiten zu erkennen, wenn wieder englisch gesprochen wurde ;-)
Im großen und ganzen habe ich aber alles gut mitbekommen... Sie spielen dabei eine Art Wirtschaftssimulation als Brettspiel. Es soll ein Shop eröffnet werden, der O-Saft verkauft. Es gibt wie bei Monopoly Aktionskarten z.B. deine eingekauften Orangen werden gestohlen. Was machst Du? a) neue kaufen b) den Kopf in den Sand stecken c) einen Sicherheitsdienst beauftragen... oder so ähnlich... und jede Entscheidung hat dann Konsequenzen... dann gibt es Eventkarten, die für alle Spielgruppen gelten z.B. eine Firma bringt eine Orangenlimonade auf den Markt, alle kaufen jetzt die Limonade....Sehr interessant das mal mitzubekommen. Die Teilnehmer heute waren Farmer und Händler, von jung bis alt, Männer und Frauen.  Hier ist alles sehr am Anfang und man kann noch mit einer einfachen Idee, wie O-Saft verkaufen ein Geschäft eröffnen. Es gibt hier noch ganz viele Entwicklungschancen.
Da wir zu spät für das Mittag in der Kantine waren, sind wir zu Hungry Lion in der Manda Hill Mall gefahren. Ist so wie Kentucky Fried Chicken. Wir sind dann da noch ein bisschen durch die Mall gelaufen und Mubanga kennt da fast jeden ;-)
Im Anschluss daran sind wollten wir ein Board Game abholen. Das ist wie ein Flipchart mit Fragen und Antwortmöglichkeiten. Man kann für die Antworten einen Knopf drücken und dann leuchtet einen Lampe, ob richtig oder falsch. Die Werkstatt ist auf dem Unigelände und wir waren zur Mittagszeit da... Also Pause, aber wir durften stören. Das Problem war nur, dass sie gerade frisch lackiert hatten und der Lack noch nicht trocken war. Wir konnten es also nicht mitnehmen und sind zurück zur BoZ gefahren.
Angela hat mich gefragt, ob ich viel zu tun hätte, wenn nicht, könnte ich mit zu einem Vortrag zum Thema Rente kommen... Hatte ich natürlich nicht und ich bin mitgegangen. Das ganze sollte um halb drei anfangen. Aber da war außer uns noch fast keiner da... wie ihr sehen könnt.
Um viertel vor wurde dann langsam angefangen.... die Leute trudelten aber noch bis halb vier ein... Ich frage mich, warum man dann überhaupt noch kommt... Da kriegt man doch nichts mehr mit... Egal... es war wie im Bienenstock. Die Leute kamen und gingen wie sie wollten.... Die Handy klingelten aber sonst war es mucksmäuschenstill im Saal... Deren Rentensystem ist schon spannend. Man kann mit 50, 55, 60 oder 65 aufhören und bekommt eine Rente, wenn man 15 Jahre eingezahlt hat...
Hinterher im Büro war nicht mehr so viel los... war ja aber auch nur ne halbe Stunde.. andere verbrachten ihre Zeit damit am Drucker zu stehen und ihren Ausdruck zu überwachen... Mehrhundertseitig natürlich ;o)
Zurück bin ich dann mit dem Taxi und habe mal versucht Fotos vom Markt zu machen... aber wir waren zu schnell dran vorbei... ist also alles verwischt... ich zeige es Euch trotzdem und mache nochmal bessere...





Gegen sechs hatte Peter mich dann angerufen und gesagt, dass er einen alten Kollegen getroffen hat, der gerade hier ist. Und der wiederum ist bei einem Kollegen, der hier lebt... Wir haben uns dann spontan zum Grillen verabredet. Ich habe meinen Taxifahrer angerufen und bin dort in gefahren. Mein Taxifahrer sagte, er wäre in 10-15 Minuten da... war er aber nicht... nach 30 MInuten habe ich nachgefragt... er ist  nicht rangegangen... dann habe ich nochmal versucht und er meinte er hätte mich vergessen.... na super... dann war er tatsächlich in 10 Minuten da und wir haben problemlos zu Philipp gefunden... Er und Christian hatten den Grill schon angemacht... Es gab Beef Filet! Total lecker. Es war reichtig interessant die zwei kennenzulernen. Sie haben mich dann mit dem Taxi nach Hause gebracht, weil mein Fahrer um 21 Uhr Feierabend hat. Das war etwas abenteuerlich. Aber ich bin heil zu Hause angekommen ;o)